So ein Scheiß

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Überschrift
Wird noch gesucht

Beitrag
So ein Scheiß, braucht kein Ridgeback

Autor
MIK

Ein Ausschnitt aus dem zukünftigen Buch „Ridgeback und Szene“
mit der gewissen Portion von Selbstironie.

Vorwort
Nicht redigiert, aus dem Bauch heraus

Der totale „Hundewahnsinn“ beginnt schon Freitagabend, unmittelbar nach der Arbeit, weil es am Samstag und Sonntag zur Ausstellung geht. Essen geben oder besser doch nicht, also der Fellnase, kleine oder große Ration, wegen Leckerchen im Ring, haben oder wieder ausspucken, wegen Hunger oder doch satt. Auto volltanken, umbauen, vorbereiten, Navigation programmieren und einladen des „Messe-Equipment Dog for run“. Unterlagen vorbereiten, ganz besondere Leckerchen zurechtschneiden, … was, es ist schon so spät? Zu Bett gehen, wir sollten morgen doch einigermaßen ausgeruht sein. Ach Kacki-Aktion noch, „der Hund muss nochmals raus“, „ja ich gehe ja schon“, kackt wohlmöglich noch in den Ring, zur Belustigung der anderen Aussteller, zur Verärgerung des Ring-Personals und zum Wertgefühl der eigenen Blamage.

Immer noch Freitag. Mit dem perfekt vorbereiteten „Hunde und Equipment-Transporter“ in den Wald „schön fein Kacki machen“. Gute 40 Minuten durch das Unterholz, im Hasen-Zick-Zack, gefühlte dreihundert Drehungen im Uhrzeigersinn, dann hoffentlich erlöst? Scheint so, er kommt angerast, grinsend, … „hast du feini gemacht“. Bewaffnet mit der 500 Watt Taschenlampe, einem entspannten Hund, geht es durchnässt nach Hause, zwischenzeitlich hat es natürlich noch geregnet. Hauptsache dem Hund geht es gut und die Vorbereitungen sind vermutlich fast perfekt abgeschlossen.

Samstag. Es schrillt im Ohr, 5 Uhr, der Wecker findet mit einem Hand-Rücken-Aufschlag sein Ziel an der Wand. Der Schalter der Kaffeemaschine klickt, der Kaffee beginnt zu laufen. Noch 10 Minuten hinlegen. Geht nicht, der Hund hat die Gelegenheit schon genutzt und liegt im Weg. Gehen wir also duschen.

Hektik verbreitet sich trotz optimaler Vorbereitungen am Vorabend. Alles eingepackt, nichts vergessen, nochmals alles checken. 6:30 Uhr im Auto, Stopp am Wald, vermutliche Safe-to-go-Kacki-Runde und immer der Blick des vermeidlichen Ausstellungsstars „das ist nicht euer ernst“. Doch ist es „fein Kacki machen“ die Zweite. Nö, kein Kackmodus „ich will ins trockene und ins warme Auto“. Die Zeit läuft mal wieder davon. Kacki-Arround abgeschlossen, ohne zufriedenstellendes Ergebnis.

Wir stehen! Nicht vor der Ausstellung, sondern auf der Autobahn. Ab 7:30 Uhr Einlass, 9 Uhr Beginn Richten, demnächst stehen wir um 4 Uhr auf. Never ever. Angekommen mit zweimal nicht bestellten Fotos von der Autobahn. In der Nähe der Ausstellung befindliche Parkplätze alle belegt. Sieben Kilometer entfernt ein wunderschöner Parkplatz, wo sich heute die Parkplatzgebühren verdoppelt haben. Vom Parkplatz zur Ausstellung hektische Aussteller, vorwiegend weiblich, versuchen auf dem Weg ihr Hunde im Griff zu halten. Kläffend, springend und Kacki liegen lassend unterwegs.

Vor dem Eingang, ohne Drängelgitter, aggressiv genervte Aussteller was sich auf die Vierbeiner überträgt. Schön, dass die Hunde „einigermaßen“ verträglich bleiben, die Halter eher weniger, ich bin jetzt schon abgenervt. In der Halle angekommen, keine vorhandenen Stellplätze, da wo man den Kennel hinstellt, also versucht man sich irgendwo dazwischen zu quetschen, unter bösen Blicken. Man ist ja unter Kollegen, ein scheiß Dreck, hier gibt es nur Neider – also Konkurrenz. Basislager unter den Augen des Messepersonals aufgebaut, bitte in der Umrandung der gelben Linie bleiben, selbstverständlich (Du kannst mich mal) gibt es dann abschließend den Kaffee 0,2l für günstige sechs Euro.

Erfolglos durch den Ring-gejoggt, wird der Vierbeiner enttäuscht in den Kennel geschubst und im Vorbeigehen der Partner angezickt. Liebe Herren, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Nach drei Stunden warten erhält man dann einen Bericht und ist froh, auf dem Weg nach Hause zu sein. Von interessanten Richtern und Richterinnen, über Hunde die mit Farbspray in der Toilette besprüht und mit Kajalstift behandelt werden, Ausstellern denen es in die Nase regnet, …

Das Schöne ist, dass man auch Menschen begegnet, es sind nicht viele aber diese sind wertvoll, wo das wohl des Hundes im Vordergrund steht. Letztendlich ist die rheinländische Fraktion immer noch die entspannteste und lustigste, wir zählen natürlich auch die Düsseldorfer dazu.

Ob der Beitrag hier einen Sinn bringt? Um Himmelswillen NEIN.