Einfach mal Fresse halten

Geh mir nicht auf den Sack

Geht mir nicht auf den Sack,
ihr „Krauses und Schneewittchens“

Entspannt wackle ich mit Herrchen durch die Stadtgärten, natürlich ohne Leine, was ich bei zwei Gelegenheiten derzeit immer voll ausnutze – in einem weiteren Beitrag dazu später mehr.

Immer wieder begegnen uns diese „Schneewittchens“, so bezeichnet Herrchen diese Emanzen vom Tierschutz, die in der Regel mit mehr als vier Hunden durch die Gegend stolzieren. Ein Teil ist an der Leine, der andere Teil meiner Kollegen unkontrolliert, also führungslos, durch die Gegen stolpernd. Bei der Sichtung einer solchen wilden Horde ruft mich mein Herrchen frühzeitig ab und zwar mit einem knackigen „Fuß“. Spätestens jetzt weiß ich, hier ist Schluss mit lustig. Nee denkste…. jetzt wird es erst richtig lustig. Das Leinenwirrwarr von den Schneewittchens ist ein Mix aus ziehen nach vorne und hinter sich herschleppen. Die andere Horde fixiert mich an und beginnt kläffend auf mich zu zurasen.

Herrchens Schlagader gleicht einem pulsierenden Druckluftschlauch. Meistens haben diese Schneewittchen aller Länder nur kleine Fußhupen, die rumkläffen dürfen. Wenn ich beginne zu brummeln, nach dem Motto „Geh mir nicht auf den Sack Du Zwerg“, dann bin ich bösartig und nicht erzogen. Also beginnt Herrchen nun grimmig zu werden (er übernimmt dies jetzt für mich) – wir beide wissen was nun passiert. Also ich ganz entspannt neben dem Alten da ich weiß, der regelt dies schon für mich. Zwischenzeitlich stehen uns die hupenden Fusshupen gegenüber und Herrchen kläfft die losgelassen Horde militärisch an – das kann er gut – ich weiß das. Die Fußhupen sichtlich erschrocken, ziehen ihre Rute ein und laufen zu den kompetenten Schneewittchens zurück. Diese sind jetzt total verwundert sowie empört und ziehen natürlich keifend an uns vorbei. Herrchen blickt mich schmunzelnd an, mit dem Kommando „Lauf“ – und tschüss, ich bin dann mal weiter vorne.

Nicht genug Schneewittchens für einen Tag, denn wir begegnen nun den Krauses, diesen männlichen und weiblichen Hundetrainern. Die, die auf den freien Wiesen mit nicht angeleinten Hunden trainieren. Ok, manchmal sind diese auch an der Leine. Also sehe ich da eine spielende Horde meiner Kollegen, finde ich ganz klasse und rase auf diese freundschaftlich zu. Uups Krause findet das gar nicht witzig, wie ich gerade seine Trainingsrunde durcheinanderbringe. Der Alte ganz entspannt ruft mich ab, wobei ich an seiner Stimme bemerke, jetzt sollte ich nicht alles ausreizen. Drehe mich also rum, schauen ihn an, drehe mich nochmals zu den Kollegen um (da ist sie wieder diese andere Stimme in meinem Kopf…) jetzt erreicht mich ein gewisser Unterton mit „Mick!!!“. Oha Schluss, ich ziehe es vor, dem Alten jetzt besser entgegen zu gehen. Krause und Herrchen sind zwischenzeitlich auf Kommunikationsreichweite. Krause keift Herrchen vor seiner Gruppe von der Seite an. Falscher Ton und falsche Vorgehensweise. Nach einem nochmaligen Fuß und gesenktem Haupt, bin ich auf einer Höhe mit dem Alten aber viel lieber würde ich mit meinen Artgenossen spielen und das Trainingskonzept ändern. Tja aber Herr Krause hat damit ein Problem. „Weitere Ausführungen sind gerade politisch nicht gewollt“ 🙂

Es geht weiter…. immer noch im Wald unterwegs, mit dem Gefühl vollkommen alleine mit dem Alten zu sein, kommt eine Radfahrerin mit Ihrem Rüden um die Ecke geschossen und siehe da, der ist nicht angeleint. Herrchen sichtlich überrascht, ich nicht und mache daher ca. zehn Meter vor ihm eine Kehrtwende, da der Kollege in diesem Moment kläffend auf mein Herrchen zukommt. Alter ich sag Dir, das geht gar nicht. Kurzerhand packe ich mir den Rüpel und flüstere ihm in seine großen Ohren, dass hier keiner meinen Alten angeht. Demütig mit eingezogen Ohren und Rute rast er hinter Frauchen her – die schon an uns vorbei war und es ihr anscheinend völlig egal war. Was war das bitte?

Ein paar Tage später ereignet sich folgendes in meiner Geburtsstadt Eching: Spazieren gehend, mit meiner Mutter Glenda und meiner Schwester Rushie, begegnen wir einer älteren Dame mit zwei Hündinnen. Wir alle ohne Leine. Rushie und ich waren eigentlich mit den Schäferhunden auf der anderen Seite des Zauns beschäftigt, denn die begrüßen meine Familie immer sehr freudig und haben sichtlich Freude daran, den Weg hinter dem Zaun mehrmals auf und ab zu hetzen….so soll es sein. Doch auf einmal höre ich eine harmlose Kläfferrei zwischen den restlichen WeibernZicken halt und ich spreche aus Erfahrung. Also schaue ich als Rüde mal nach dem rechten. In diesem Moment geht doch die ältere Dame auf mich zu und versucht mir ihre Leine auf den Rücken zu schlagen…oh oh so schnell habe ich Herrchen aber noch nicht vor mir stehend gesehen – mit wenigen wohl ruhigen aber sehr deutlichen Worten war die Situation sofort auf allen Ebenen geklärt und wir konnten weiter unsere Runde drehen.

Also liebe Krauses und Schneewittchens, Hundehalter und Hundehalterinnen, die sich vollkommen überschätzen. Geht mir nicht auf den Sack und einfach mal die Fresse halten.

Wir machen auch nicht immer alles richtig, aber mit Ruhe und Verständnis, lässt sich alles regeln.

DAS MEK
Mick Einsatz Kommando (Insider)